Streit um Krankentransporte auf Madeira: JPP erhebt schwere Vorwürfe – SESARAM widerspricht entschieden 

Opposition spricht von einem „Zusammenbruch“ des Systems – Gesundheitsdienst verweist auf Investitionen und 19.500 Transporte pro Monat

  

Die Debatte um den nicht dringenden Krankentransport auf Madeira sorgt weiter für politische Spannungen. Die Oppositionspartei Juntos Pelo Povo (JPP) wirft dem Regionalen Gesundheitsdienst SESARAM und der Regionalregierung schwerwiegende Versäumnisse vor. SESARAM weist die Vorwürfe jedoch entschieden zurück und betont, dass kontinuierlich in Personal, Fahrzeuge und moderne Technik investiert werde.

 

 

Nach Angaben der JPP befinde sich der Krankentransport in einer schweren Krise. Die Partei spricht von einem „operativen Zusammenbruch“ und kritisiert unter anderem, dass Transporte für bettlägerige und amputierte Patienten ausfielen. Dadurch würden notwendige Arzttermine verpasst und bereits entlassene Patienten müssten länger als erforderlich im Krankenhaus bleiben, was die Notaufnahmen zusätzlich belaste. 

 

Außerdem behauptet die Opposition, rund die Hälfte der öffentlichen Rettungswagen sei derzeit nicht einsatzfähig. Seit sechs Jahren seien keine neuen Fahrer eingestellt worden. Die JPP wirft der Regionalregierung vor, das öffentliche Gesundheitssystem schrittweise zu schwächen und private Anbieter zu begünstigen. Kritisiert werden zudem ausstehende Zahlungen an Taxiunternehmen, die Krankentransporte übernehmen. 

 

SESARAM weist Vorwürfe zurück 

Der Regionale Gesundheitsdienst widerspricht dieser Darstellung und verweist auf die tatsächlichen Leistungszahlen des Systems. Nach Angaben von SESARAM werden monatlich durchschnittlich rund 19.500 nicht dringende Krankentransporte durchgeführt – das entspricht etwa 650 Transporten pro Tag. Diese werden sowohl mit eigenen Fahrzeugen als auch durch vertraglich gebundene externe Dienstleister abgewickelt. 

 

Auch die Kritik am Fuhrpark weist SESARAM zurück. In den vergangenen beiden Jahren seien drei neue Rettungswagen angeschafft worden – zwei im Jahr 2024 und ein weiteres Fahrzeug im Jahr 2025. Bereits eingeleitet sei außerdem die Beschaffung von acht zusätzlichen Rettungswagen. 

 

Darüber hinaus kündigt SESARAM die Einstellung weiterer Rettungswagenbesatzungen sowie interne Maßnahmen zur besseren Personaleinsatzplanung an. Gleichzeitig soll eine neue digitale Plattform eingeführt werden, um die Organisation der Krankentransporte zu verbessern, Routen effizienter zu planen und die Abrechnung mit externen Dienstleistern zu beschleunigen. Nach Angaben des Gesundheitsdienstes werden Transporte für Patienten nach einer Krankenhausentlassung grundsätzlich so schnell wie möglich organisiert – abhängig von der jeweils verfügbaren Fahrzeug- und Personalressource. 

 

Unterschiedliche Sichtweisen 

SESARAM weist den Vorwurf eines gezielten Abbaus des öffentlichen Krankentransports entschieden zurück. Im Gegenteil investiere der Gesundheitsdienst nach eigenen Angaben kontinuierlich in Fahrzeuge, Personal, Ausrüstung und bessere Arbeitsbedingungen. Zudem sei der nicht dringende Krankentransport eine wichtige soziale Leistung der Region, die viele Familien finanziell entlaste.

 

Während die JPP von einem strukturellen Versagen des Systems spricht, verweist SESARAM auf laufende Investitionen und organisatorische Verbesserungen. Die unterschiedlichen Darstellungen zeigen, dass die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Krankentransports zunehmend zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung auf Madeira wird.