Wohnungsmarkt unter Druck:
Calheta setzt auf Neubauten statt Wachstumsbremse
Die Immobilienpreise in Calheta gehören mittlerweile zu den höchsten auf Madeira. Für den Präsidenten der Regionalregierung, Miguel Albuquerque, ist dies jedoch ein zweischneidiges Schwert: Einerseits zeuge die Entwicklung von der hohen Attraktivität der Gemeinde, wachsendem ausländischem Interesse, neuen Einwohnern und einer dynamischen Wirtschaft. Andererseits verschärfe sie den Druck auf den Wohnungsmarkt und erschwere insbesondere jungen Menschen und Familien den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum.
Bei einem Besuch in Calheta machte Albuquerque deutlich, dass die Antwort auf die steigenden Preise nicht in einer Drosselung der wirtschaftlichen Entwicklung liegen könne. „Wir dürfen die Wirtschaft nicht zum Erliegen bringen“, betonte er. Stattdessen müsse das Angebot an Wohnungen mit kontrollierten Preisen gezielt ausgebaut werden.
Als Beispiel verwies der Regierungschef auf die bereits fertiggestellten 26 Wohnhäuser in der Nähe des Gesundheitszentrums von Calheta. Gleichzeitig kündigte er weitere Projekte an. Geplant seien unter anderem die Sanierung der ehemaligen Schule von Atouguia, die Umgestaltung bestehender Wohnungen sowie der Erwerb zusätzlicher Grundstücke in unmittelbarer Nähe des bereits entwickelten Wohngebiets.
Unterstützung erhält Albuquerque von Bürgermeisterin Doroteia Leça. Sie erklärte, bereits Gespräche mit dem Regionalministerium für Ausrüstung und Infrastruktur geführt zu haben, um zusätzliche Wohnbauprojekte am Standort zu ermöglichen. Ziel sei es, neuen Wohnraum dort zu schaffen, wo die Menschen tatsächlich leben möchten.
„Wir können nicht an abgelegenen Orten bauen. Wir müssen in zentralen Lagen bauen, in der Nähe von Dienstleistungen. Dort wollen junge Menschen und Familien wohnen“, sagte Leça. Diese Einschätzung werde auch von der Stadtverwaltung Calheta geteilt.
Die Gemeinde steht damit vor der Herausforderung, ihre wirtschaftliche Attraktivität zu erhalten und gleichzeitig ausreichend bezahlbaren Wohnraum für die lokale Bevölkerung bereitzustellen. Der Ausbau zentral gelegener Wohnprojekte soll dabei eine Schlüsselrolle spielen.