Verkehrskollaps an der Südwestküste
Sperrungen legen Schwachstelle des Straßennetzes offen
Ribeira Brava / Ponta do Sol. Wer gestern oder heute zwischen Ribeira Brava und dem Westen Madeiras unterwegs war, brauchte vor allem eines: Geduld. Mehrere Straßensperrungen führten dazu, dass sich der Verkehr auf der Via Expresso zeitweise kilometerlang staute. Die Fahrzeugschlangen reichten stellenweise bis nach Lugar de Baixo und Ponta do Sol.
Auslöser war die Sperrung der Regionalstraße ER 222 zwischen Tabua und Ribeira Brava wegen des Abbaus eines Krans. Gleichzeitig blieb auch die Küstenstraße aufgrund der Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Petrus in Ribeira Brava für den Verkehr gesperrt. Damit stand für den Verkehr Richtung Ponta do Sol und Calheta praktisch nur noch der Tunnel der Via Expresso als direkte Verbindung zur Verfügung.
Die Folgen waren deutlich spürbar: Langsamer Verkehr, Stop-and-Go und lange Wartezeiten in beiden Fahrtrichtungen.
Besonders sichtbar wurde dabei ein Problem, das viele Autofahrer bereits seit Jahren kennen. Fällt die Hauptverbindung zwischen Ribeira Brava und dem Westen der Insel aus oder ist sie überlastet, stehen nur sehr eingeschränkte Ausweichmöglichkeiten zur Verfügung. Im Falle eines schweren Unfalls im Tunnel von Ribeira Brava bleibt als einzige Umleitung praktisch nur der weite Weg über São Vicente und Porto Moniz.
Die Ereignisse der vergangenen beiden Tage zeigen erneut, wie empfindlich das Verkehrsnetz an der Südwestküste inzwischen geworden ist. Mit der wachsenden Bevölkerung, neuen Wohngebieten und weiteren touristischen Projekten steigt auch das Verkehrsaufkommen kontinuierlich.
Redaktioneller Kommentar
Die Madeira-Nachrichten haben in den vergangenen Monaten mehrfach über die Entwicklung des Westens der Insel berichtet. Neue Wohngebiete, steigende Einwohnerzahlen und zusätzliche touristische Angebote führen zwangsläufig zu mehr Verkehr.
Die aktuellen Staus machen deutlich, dass der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur mit dieser Entwicklung Schritt halten muss. Aus Sicht der Redaktion sollte deshalb geprüft werden, ob die bereits diskutierten Pläne für einen Ausbau der Via Expresso zwischen Ribeira Brava und Calheta beschleunigt werden können.
Ebenso wichtig erscheint es, leistungsfähige Ausweichstrecken vorzuhalten. Die Ereignisse der vergangenen Tage haben gezeigt, wie schnell der Westen Madeiras bei Sperrungen oder größeren Unfällen nahezu vom übrigen Straßennetz abgeschnitten werden kann.
Hintergrund
Bereits vor einigen Wochen hatten die Madeira-Nachrichten auf die zunehmende Verkehrsbelastung im Westen der Insel hingewiesen. Die aktuellen Ereignisse bestätigen, dass der wirtschaftliche und demografische Wandel in Gemeinden wie Calheta und Ponta do Sol zunehmend auch Auswirkungen auf die Verkehrsinfrastruktur hat.