Schock-Zahlen für Madeira: Singles brauchen fast 50.000 Euro netto – sonst bleibt der Traum von der eigenen Wohnung unerreichbar

 

Madeira entwickelt sich immer mehr zur Luxusinsel – doch für viele Einheimische wird das Leben unbezahlbar. Eine aktuelle Analyse zeigt: Wer als Single auf der Insel eine kleine Eigentumswohnung kaufen möchte, braucht das höchste Einkommen in ganz Portugal.

  

Madeira ist inzwischen die teuerste Region Portugals für Alleinstehende, die Wohneigentum erwerben möchten. Nach einer Auswertung des Immobilienportals Idealista müssen Singles auf der Insel jährlich rund 49.400 Euro netto verdienen, um den Kauf einer Einzimmerwohnung finanzieren zu können.

  

Noch drastischer fällt die Situation in Funchal aus: Dort sind sogar 53.880 Euro Nettoeinkommen pro Jahr erforderlich – Spitzenwert unter allen untersuchten Städten Portugals. Selbst Lissabon liegt mit 47.520 Euro deutlich darunter.

  

95 Prozent der Einheimischen können sich kein Studio leisten

 

Für viele Madeiraner sind diese Zahlen reine Theorie. Das durchschnittliche Einkommen auf der Insel liegt weit unter den geforderten Beträgen. Schätzungen zufolge können sich deshalb rund 95 Prozent der Einheimischen nicht einmal den Kauf eines einfachen Studio-Apartments (T0) leisten.

 

Ein durchschnittliches Studio mit etwa 40 Quadratmetern kostet inzwischen häufig mehr als 150.000 Euro. Die Immobilienpreise liegen auf Madeira mittlerweile bei rund 3.825 Euro pro Quadratmeter – Tendenz weiter steigend.

  

Mieten wird ebenfalls zum Luxus

 

Auch der Mietmarkt ist längst an seine Grenzen gestoßen. Wer in Funchal allein eine Einzimmerwohnung mieten möchte, benötigt laut Idealista ein jährliches Nettoeinkommen von rund 36.800 Euro. Teurer ist nur noch Lissabon mit etwa 42.000 Euro.

 

Grundlage der Berechnung ist die international empfohlene Faustregel, dass Wohnkosten höchstens 30 Prozent des Nettoeinkommens betragen sollten.

  

Besonders bemerkenswert: Portugalweit ist mittlerweile sogar mehr Einkommen nötig, um eine kleine Wohnung zu mieten, als um sie zu kaufen. Ursache sind die stark gestiegenen Mieten und das knappe Angebot an kleinen Wohnungen.

  

Warum die Preise explodieren

 

Experten sehen mehrere Gründe für die Entwicklung:

 

  • Die starke Nachfrage internationaler Käufer und Investoren.

  • Wohlhabende Ausländer, für die Immobilienpreise auf Madeira im Vergleich zu ihren Heimatländern günstig erscheinen.

  • Immer mehr Wohnungen werden als Ferienunterkünfte (Alojamento Local) vermietet und fehlen dadurch auf dem regulären Wohnungsmarkt.

  • Gleichzeitig steigen die Löhne auf Madeira nur langsam und können mit der Preisentwicklung nicht Schritt halten.

 Junge Menschen geraten immer stärker unter Druck

 

Die Folgen sind auf Madeira bereits deutlich spürbar. Viele junge Erwachsene bleiben deutlich länger bei ihren Eltern wohnen, weil sie sich weder Miete noch Eigentum leisten können. Andere verlassen die Insel auf der Suche nach besser bezahlten Arbeitsplätzen auf dem portugiesischen Festland oder im Ausland.

  

Der wirtschaftliche Erfolg durch Tourismus und internationale Investitionen hat damit auch eine Kehrseite: Während Madeira für wohlhabende Käufer aus dem Ausland immer attraktiver wird, wächst für viele Einheimische die Sorge, sich das Leben auf ihrer eigenen Insel bald nicht mehr leisten zu können.

  

Das Urlaubsparadies steht damit vor einer entscheidenden Herausforderung: Wie kann bezahlbarer Wohnraum erhalten werden, ohne die wirtschaftliche Entwicklung der Insel auszubremsen? Diese Frage dürfte Madeira in den kommenden Jahren stärker beschäftigen als je zuvor.