Quercus legt Einspruch gegen Umweltgenehmigung für Seilbahnprojekt ein
Der portugiesische Umweltverband Quercus, eine der größten Naturschutzorganisationen des Landes, hat Verwaltungsbeschwerde gegen die Umweltgenehmigung für das geplante Seilbahn- und Abenteuerparkprojekt in Curral das Freiras eingelegt.
Nach Ansicht des Verbandes verstößt die bedingte Genehmigung gegen grundlegende Prinzipien des Umweltschutzes. Quercus befürchtet, dass sich das Vorhaben negativ auf den Lebensraum des Madeira-Sturmvogels (Freira-da-Madeira) auswirken könnte. Da mögliche Beeinträchtigungen nicht ausgeschlossen werden könnten, dürfe das Projekt in der vorliegenden Form nicht genehmigt werden.
Der Umweltverband kritisiert außerdem, dass eine streng geschützte Tierart trotz ihres besonderen Schutzstatus nicht ausreichend berücksichtigt werde. Ebenso bemängelt Quercus nach eigener Darstellung Mängel bei der Anwendung der geltenden Umweltvorschriften.
Kritik richtet sich auch an die Projektträger. Behörden und Institutionen, die selbst für den Naturschutz verantwortlich seien, sollten nach Auffassung des Verbandes keine Projekte fördern, die geschützte Lebensräume gefährden könnten.
Mit der Verwaltungsbeschwerde möchte Quercus nach eigenen Angaben zunächst eine gerichtliche Auseinandersetzung vermeiden und setzt auf eine erneute Prüfung der Entscheidung durch die zuständigen Behörden. Gleichzeitig kündigte der Verband an, die Gründe für seinen Einspruch öffentlich zu erläutern. Naturschutz sei eine Aufgabe, die die gesamte Gesellschaft betreffe.
Einordnung: Das Seilbahnprojekt in Curral das Freiras gehört zu den umstrittensten Tourismusvorhaben auf Madeira. Befürworter sehen darin eine Attraktion mit wirtschaftlichem Potenzial, während Umweltverbände vor Eingriffen in ein ökologisch sensibles Gebiet warnen.