PFLEGE-CHAOS AUF MADEIRA: Jetzt ist von 500 Patienten die Rede!

 

Die Krise um klinisch entlassene Patienten spitzt sich weiter zu. Nach Angaben des klinischen Direktors von SESARAM warten derzeit rund 500 Menschen trotz Entlassung weiterhin auf einen Platz außerhalb des Krankenhauses. Die Oppositionspartei JPP fordert deshalb eine sofortige parlamentarische Anhörung der Gesundheits- und Sozialministerien.

 

Nach Angaben der JPP befinden sich etwa 250 dieser Patienten in den Krankenhäusern Dr. Nélio Mendonça und dos Marmeleiros, die übrigen sind auf weitere Einrichtungen der Region verteilt.

 

Die Partei sieht darin eine akute Gefahr für das gesamte Gesundheitssystem. Die Überfüllung der Krankenhäuser habe bereits dazu geführt, dass zeitweise rund 50 Patienten in den Fluren der Notaufnahme auf ein Bett warten mussten. Auch die vorübergehende Aussetzung von Besuchen in der Notaufnahme stehe nach Ansicht der JPP in direktem Zusammenhang mit der Entlassungskrise.

  

Scharfe Kritik übt die Partei außerdem an den bisherigen Maßnahmen der Regionalregierung. Die angekündigten 20 zusätzlichen Betten seien angesichts von rund 500 betroffenen Patienten völlig unzureichend. Zudem bezweifelt die JPP, dass Pflegeeinrichtungen und soziale Träger ausreichend Personal und Ausstattung besitzen, um diese Menschen angemessen zu versorgen.

  

Nach Auffassung der Opposition ist das Problem über Jahre entstanden, weil zu wenig in Langzeitpflege, Palliativversorgung und Seniorenheime investiert wurde. Gleichzeitig fordert die Partei deutlich mehr Unterstützung für Familien, die Angehörige zu Hause pflegen möchten.

  

Mit einem Antrag auf eine parlamentarische Anhörung will die JPP nun Gesundheitsministerin, Sozialministerin und den klinischen Direktor von SESARAM zur aktuellen Lage befragen.