INTENSIVSTATION AM LIMIT!
Pfleger schlagen Alarm im Krankenhaus Nélio Mendonça
Im Krankenhaus Dr. Nélio Mendonça spitzt sich die Lage nach Angaben der Oppositionspartei JPP weiter zu. Die Partei spricht von einer „neuen und schweren Krise“ auf der Intensivstation.
Demnach haben alle 65 dort eingesetzten Pflegekräfte am Montag bei der Leitung von SESARAM einen Antrag auf Entbindung von ihrer Verantwortung eingereicht. Als Gründe nennen sie akuten Personalmangel, eine dauerhafte Überlastung durch Überstunden sowie Arbeitsbedingungen, die nach ihrer Einschätzung die Patientensicherheit gefährden.
In einem sieben Punkte umfassenden Forderungskatalog verlangen die Pflegekräfte unter anderem mehr Personal, die Einhaltung gesetzlicher Ruhezeiten zwischen den Schichten, eine Überprüfung der Arbeitsbedingungen sowie Maßnahmen, um die strukturelle Abhängigkeit von Überstunden zu beenden.
Nach Darstellung der Pflegenden seien Überstunden längst keine Ausnahme mehr, sondern notwendig, um den Betrieb der Intensivstation überhaupt aufrechtzuerhalten. Ständige Änderungen der Dienstpläne führten zudem zu erheblicher körperlicher und psychischer Belastung und erhöhten das Risiko von Behandlungsfehlern.
JPP-Generalsekretär Élvio Sousa bezeichnete die Sorgen der Pflegekräfte als „legitim“ und warf der Regionalregierung aus PSD und CDS vor, das Gesundheitswesen schlecht zu führen und die Probleme zu ignorieren. Besonders Ministerpräsident Miguel Albuquerque wurde von Sousa scharf kritisiert. Dieser investiere lieber Millionen in Auslandsreisen, als zusätzliche Pflegekräfte einzustellen und damit die Gesundheitsversorgung auf Madeira zu stärken.
Eine Stellungnahme von SESARAM oder der Regionalregierung zu den Vorwürfen lag zunächst nicht vor.