Madeira bleibt Immobilienmagnet – Funchal führt bei internationalen Käufern, Calheta bleibt teuerste Gemeinde

Madeira bleibt einer der begehrtesten Immobilienstandorte Portugals. Das zeigen aktuelle Auswertungen des Immobilienportals idealista: Während Funchal landesweit die meisten internationalen Kaufinteressenten anzieht, setzt sich der Preisanstieg auf der Insel weiter fort. Besonders Calheta behauptet dabei seine Spitzenposition als teuerste Gemeinde Madeiras.

 

Nach den Daten von idealista entfallen 22 Prozent aller internationalen Aufrufe von zum Verkauf stehenden Wohnimmobilien in Portugal auf Funchal. Damit liegt die Inselhauptstadt vor Ponta Delgada auf den Azoren (20 Prozent). Erst mit deutlichem Abstand folgen Porto (12 Prozent) und Lissabon (10 Prozent). 

 

Die größte Käufergruppe in Funchal stammt aus dem Vereinigten Königreich. Auf den Azoren dominieren dagegen Interessenten aus den USA. Dass ausgerechnet zwei Inselregionen die Rangliste anführen, unterstreicht die wachsende internationale Attraktivität der portugiesischen Atlantikinseln. 

 

Als wichtigste Gründe nennen Marktbeobachter die hohe Sicherheit, das ganzjährig milde Klima, die hohe Lebensqualität sowie ein gut ausgebautes Gesundheits- und Bildungssystem. Hinzu kommt, dass viele Käufer angesichts internationaler Krisen gezielt nach politisch stabilen und sicheren Regionen suchen.

 

Bemerkenswert ist diese Entwicklung auch deshalb, weil Portugal in den vergangenen Jahren mehrere Anreize für ausländische Investoren abgeschafft hat. Dazu gehören unter anderem das frühere Golden-Visa-Programm sowie steuerliche Sonderregelungen für ausländische Ruheständler. Dennoch bleibt Madeira für viele internationale Käufer weiterhin eine der attraktivsten Regionen Europas.

 

Diese starke Nachfrage spiegelt sich auch in den Immobilienpreisen wider. Ende Juni lagen die Angebotspreise auf Madeira nach Angaben von idealista durchschnittlich 7,5 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der mittlere Angebotspreis beträgt inzwischen 3.697 Euro pro Quadratmeter. 

 

Besonders kräftig verteuerten sich Immobilien in Santana (+24,6 Prozent), Calheta (+18,6 Prozent) und Câmara de Lobos (+11,7 Prozent). Lediglich Ponta do Sol verzeichnete mit minus 1,6 Prozent einen leichten Preisrückgang.

 

Unangefochten an der Spitze bleibt Calheta. Dort werden inzwischen im Median 4.107 Euro pro Quadratmeter verlangt. Es folgen Funchal mit 3.921 Euro und Ribeira Brava mit 3.519 Euro pro Quadratmeter. Noch dynamischer entwickelte sich der Markt auf Porto Santo. Dort stiegen die Angebotspreise innerhalb eines Jahres sogar um 25,1 Prozent auf 3.638 Euro pro Quadratmeter.

 

Im landesweiten Vergleich erhöhten sich die Immobilienpreise in Portugal um 8,9 Prozent. Madeira liegt damit zwar leicht unter dem Landesdurchschnitt beim Preisanstieg, gehört mit seinem hohen Preisniveau jedoch weiterhin zu den teuersten Immobilienmärkten des Landes.

 

 

Einordnung der Madeira-Nachrichten: Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die hohe internationale Nachfrage nach Immobilien auf Madeira ungebrochen ist. Für Eigentümer ist das eine erfreuliche Entwicklung. Für Einheimische und viele Zugezogene, die auf der Insel dauerhaft leben möchten, wird der Erwerb von Wohneigentum dagegen zunehmend schwieriger. Gerade in Gemeinden wie Calheta, die gleichzeitig besonders stark wachsen, dürfte sich der Druck auf den Immobilienmarkt daher weiter erhöhen.