JPP fordert Tempo bei Fährverbindung nach Madeira

 

Funchal. Die Oppositionspartei JPP wirft der Regionalregierung aus PSD und CDS vor, die Einführung einer regelmäßigen Fährverbindung zwischen Madeira und dem portugiesischen Festland weiter hinauszuzögern.

 

JPP-Generalsekretär Élvio Sousa kritisierte, die Bevölkerung habe genug von „Versprechungen, Ankündigungen und Studien“, ohne dass konkrete Ergebnisse erzielt würden. Die Frist für eine wirtschaftlich-finanzielle Studie zur geplanten Fährverbindung sei bereits im Mai abgelaufen.

 

Besonders bemängelte Sousa, dass PSD und CDS einen Vorschlag der JPP zur Prüfung einer zweiten Anlegestelle für Fähren abgelehnt hätten. Dies lasse Zweifel am politischen Willen zur Umsetzung des Projekts aufkommen. Zudem erinnerte der Oppositionsführer daran, dass die portugiesische Zentralregierung ursprünglich eine internationale Ausschreibung für die Fährverbindung angekündigt habe, stattdessen jedoch zunächst eine weitere Studie in Auftrag gegeben wurde.

 

Für Sousa ist die Fährverbindung ein wichtiges Instrument zur Verbesserung der Mobilität, zur Senkung von Transportkosten sowie zur Förderung von Wirtschaft und Tourismus. Wer die Verbindung wirklich wolle, müsse die notwendigen Voraussetzungen schaffen und Entscheidungen nicht weiter aufschieben, betonte er. 

 

 

Kommentar:

 

Eine regelmäßige Madeira-Fähre kann wirtschaftlich betrieben werden, allerdings nur bei:

 

hoher Auslastung im Passagierbereich, starker Nutzung durch Spediteure, 
mindestens 2–3 Fahrten pro Woche, moderaten Treibstoffpreisen.

 

Genau deshalb unterstützen viele bestehende Fährverbindungen zu Inselregionen Europas (Kanaren, Balearen, Korsika, Sardinien) den Betrieb zusätzlich durch staatliche Zuschüsse im Rahmen der territorialen Anbindung. Für Madeira dürfte ein jährlicher Zuschuss von etwa 3 bis 8 Millionen Euro ausreichen, um auch in schwächeren Jahren einen stabilen Betrieb sicherzustellen.

 

Fazit: Bereits bei einer Auslastung von rund 75 bis 80 Prozent kann eine moderne RoRo-Fähre zwischen Madeira und dem Festland die Gewinnschwelle erreichen.